Alle Roma Bleiben

Sammelabschiebung aus Deutschland
Nachdem die Bundesregierung endgültig am 14.04.2010 ein Rücknahmeabkommen mit dem Kosovo geschlossen hat, sind bundesweit ca. 10 000 Roma von der Abschiebung gefährdet.
In den Bundesländern Brandenburg, Rheinland Pfalz und Niedersachsen sind heute am Dienstag den 07.12.2010 und am Donnerstag den 09.12.2010 Sammelabschiebungen von Roma, Ashkali und Kosovo-Ägypter_Innen über Düsseldorf in den Kosovo und nach Serbien geplant. In Nordrhein Westfalen bleiben die Betroffenen durch den sog. „Wintererlass“ vorläufig bis zum 31.03.2011 verschont. Trotzdem gilt:
Von den Abschiebungen sind etwa 200 Menschen betroffen.
Die von Abschiebung bedrohten Menschen leben seit mehreren Jahren hier und haben sich ein soziales Umfeld aufgebaut. Sie sehen Deutschland als ihre Heimat.
Durch die Abschiebung in den Kosovo oder in die Länder des ehemaligen Jugoslawiens drohen ihnen Diskriminierung und Verfolgung seitens der Bevölkerung. Da sie ihrer ehemaligen Häuser und Besitztümer enteignet wurden, bleibt ihnen nur die Möglichkeit in einer der illegalen Siedlungen unter menschenunwürdigen Bedingungen zu leben. Außerdem haben sie dort oftmals weder Familie noch soziale Kontakte. Auch die Landessprache sprechen sie meist nicht. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben bleibt ihnen verwehrt.

Für sie grenzt es an die Unmöglichkeit einen Arbeitsplatz zu finden und sich oder ihre Familie zu ernähren. Oft werden sie Opfer von körperlicher Gewalt bis hin zu Pogromen und Mord.
Die Abschiebung heißt ein Leben in Elend und ohne Zukunft.
„Amnesty International“, „Human Rights Watch“ sowie „Unicef“ veröffentlichten mehrere Studien zu den Lebensumständen von Minderheiten im Kosovo. Hierzu sagte die West-Balkan-Expertin von „Human Rights Watch“, Wanda Troszczynska-van Genderen:
„Europa schickt die schutzlosesten aller Kosovo-Flüchtlinge zurück in die Armut, Diskriminierung, Ausgrenzung und Vertreibung“. Dies ist auch der Bundesregierung seit längerem bekannt.
Doch Abgeschoben werden soll trotzdem.
Die Diskriminierung von als „Zigeuner“ diffamierten Menschen hat in Europa eine lange Tradition und fand ihren Höhepunkt im Nationalsozialismus mit mehreren 100.000 Toten.
Das antiziganistische Stereotyp des „stehlenden, schmutzigen, arbeitsscheuen und vagabundierenden Zigeuners“ ist bis heute gesamtgesellschaftlich verbreitet. Dieses konstruierte negative Bild bietet eine Projektionsfläche für die Aufwertung der bürgerlichen Vorstellungen von Werten und Normen. Damit hilft es die von Widersprüchen geprägte eigene Identität aufrecht zu erhalten und als positiv zu verklären.

ABCHIEBUNGEN VERHINDERN!
ANTIZIGANISMUS BEKÄMPFEN!