Nächste Sammelabschiebung nach Belgrad, Serbien

Nächste Sammelabschiebung nach Belgrad, Serbien:
Di. 31.Mai 2011, Düsseldorfer Flughafen

Antirassistische Gruppen und Flüchtlingsorganisationen rufen zu lautstarken Protesten am Flughafen auf.

Die Flüchtlinge werden ab 8.00 Uhr neben der Feuerwache des Flughafens (zwischen Terminal und Tor 36) auf das Rollfeld gebracht. Wie bei den letzten Sammelabschiebungen werden auch diesmal wieder Medienvertreter und Aktivistinnen den Ablauf der Abschiebung vor Ort beobachten.

Kein Mensch ist illegal!

Sand ins Getriebe der Abschiebemaschinerie!

Mit Lärm, Transparenten und Flyern wollen wir im Flughafen auf die zeitgleich stattfindende Abschiebung aufmerksam machen.

Am Dienstag, dem 31.Mai, will NRW wieder Roma nach Serbien abschieben. Bereits im April starteten zwei Sammelflieger mit Roma aus NRW Richtung Ex-Jugoslawien. Antirassistische Gruppen protestierten lautstark in der Abflughalle und neben der Feuerwache des Flughafens, wo die in einer Halle Abgeschobenen weitab das „normalen“ Reisebetriebs auf ihre Abschiebung warten müssen.

Die Abschiebungen in eine ungewisse Zukunft bedeuten für viele: Arbeitslosigkeit – die Arbeitslosenquote von Roma beträgt fast 98% –, ein Abbruch der Schule – von vier Roma- Kindern besuchen drei keine Schule – ein Leben in Slums, Lagern und alten Fabrikhallen, die zum Teil gesundheitsgefährdend und verseucht sind.

Skandalös sind die Abschiebungen von Roma, weil diese während der Nazizeit zu Hunderttausenden in den Konzentrationslagern ermordet wurden.

Den Nachfahren der Opfer des nationalsozialistischen Rassen- und Vernichtungswahns wird ein Bleiberecht verwehrt. Und der Krieg gegen Jugoslawien, den Deutschland maßgeblich vorangetrieben hat, führte erst zur massenhaften Flucht von ethnischen Minderheiten aus dem Kosovo. Diese wurden zwischen den Fronten zerrieben: von serbischen Nationalisten als Kanonenfutter missbraucht und von albanischen Nationalisten verfolgt und vertrieben.

Aber auch ohne dieses Elend im „Zielland“ sind Abschiebungen für die Betroffenen schrecklich, insbesondere dann, wenn sie schon seit vielen Jahren hier leben. Die Menschen werden ihrem Leben und sozialen Umfeld entrissen. Sogar Kinder, die hier geboren wurden und kein Wort Serbisch oder Albanisch sprechen, werden in eine ungewisse Zukunft und ins Elend geschickt.

Bei der letzten Sammelabschiebung schreckten die Behörden auch nicht davor zurück, Familien auseinanderzureißen: Eine junge Frau. und ihre vier kleinen Kinder (ein bis fünf Jahre alt) wurden für die Abschiebung abgeholt, während ihr Mann und Vater noch schwerkrank in einem bayrischen Krankenhaus um sein Leben rang.

Eine ältere kranke Frau aus Mayen (Rheinland-Pfalz), die Anfang Dezember letzten Jahres von Düsseldorf aus abgeschoben wurde, bekam in Kosovo keine medizinische Hilfe und starb kurz nach Neujahr an den Folgen einer Gehirnblutung.

Es geht nun darum, Solidarität vor Ort zu üben mit unseren Nachbarn, Mitschülerinnen und Kollegen.

Abschiebungen müssen auf allen Ebenen verhindert werden!

Abschiebung ist der Ausdruck einer kapitalistischen und rassistischen Logik, die Menschen nach ihrem Aufenthaltstitel und ihrer wirtschaftlichen „Verwertbarkeit“ aufteilt.

Wir sagen: Alle Menschen sollen leben und sich frei bewegen können, wo und wohin es ihnen gefällt!